Die feine englische Art – Ausgabe Oktober 2026

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

wie erwartet zieht der derzeit im British Museum ausgestellte Teppich von Bayeux die Menschen in Massen an. Vielleicht haben Sie die riesigen Schlangen gesehen oder standen sogar selbst darin. Der Transport des knapp 1.000 Jahre alten und knapp a70 Meter langen Textils von Frankreich nach Großbritannien war eine logistische Meisterleistung und sorgte für immense Bauchschmerzen beim Restauratoren-Team. Insgesamt 90 Personen waren allein damit beschäftigt, den Teppich auf einer ziehharmonikaähnlichen Vorrichtung zusammenzufalten.
Schon 1953 versuchte Großbritannien vergeblich, den Teppich nach England auszuleihen – anlässlich der Krönung von Elizabeth II. Doch damals sah man sich der gewaltigen Aufgabe, das wertvolle und äußerst empfindliche Stück zu transportieren, nicht gewachsen.
Doch der ganze Aufwand hat sich gelohnt: Die Ausstellung stößt auf enormes Interesse. Ganz nebenbei zeigt sie eine weitere typisch britische Eigenart: Schlange stehen. Wer stundenlang vor dem British Museum wartet, bekommt eine Ahnung davon, wie ernst viele Britinnen und Briten das nehmen.

Sollten Sie Tickets bekommen haben oder anderswo in Großbritannien einmal in der Schlange stehen, ist es enorm hilfreich, die Queuing-Etiquette zu kennen:

  • Zunächst gilt: immer höflich bleiben, auch wenn es zu unangenehmen Zwischenfällen kommt.
  • Halten Sie stets genügend Abstand zu den anderen Personen in der Schlange.
  • Lassen Sie aber auch nicht so viel Platz, dass andere in Versuchung kommen, sich klammheimlich vorzudrängeln.
  • Weisen Sie Personen, die dennoch drängeln, höflich darauf hin, anstatt sich still zu ärgern.
  • Nutzen Sie die ungezwungene Atmosphäre in der Schlange, um mit anderen ins Gespräch zu kommen. So kann es zu schönen Begegnungen kommen, und die Wartezeit vergeht schneller und unterhaltsamer.
In diesem Sinne: Haben Sie einen schönen Herbst.

 

Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries

 

 
 
Anregungen, Lob, Kritik? Bitte schreiben Sie uns: redaktion@the-british-shop.de
 

Unsere Themen

 

Reisefreuden

Kultur-Tour

Fürs Heimkino

Aktuelles

 
 
 

Reisefreuden

 

 

(Tipp für alle Videos: Sollte YouTube automatisch übersetzen, können Sie mit einem Klick auf das Zahnrad im Video unten rechts Audiosprache und Untertitel ändern.)

Überraschung auf der Weide: Moyne Abbey im County Mayo in Irland

Wer diese prächtige Ruine in der Nähe von Ballina im County Mayo besuchen möchte, darf sich auf ein kleines Abenteuer freuen. Denn das Bauwerk steht mitten auf einer Weide. "Beware of the bull" (Vorsicht vor dem Bullen) ist also durchaus ein ernst gemeintes Hinweisschild. Doch der Spaziergang über die Wiese lohnt sich. Moyne Abbey ist eine Klosterruine von enormer Größe, die für eine Ruine erstaunlich gut erhalten ist. Sie wurde 1462 als Franziskanerkloster geweiht und bietet einen schönen Blick auf die Killala Bay. 1590 ließ der englische Gouverneur von Connacht, Sir Richard Bingham, die Anlage plündern und niederbrennen. Von der Kirche, den Wirtschaftsgebäuden und dem zentralen Kreuzgang sind bemerkenswerte Teile erhalten. Besonders sehenswert ist das Ostfenster mit seinen feinen Maßwerkverzierungen.

Dieses Video nimmt Sie mit auf einen Rundgang.

 

Geschäftiges Hafenstädtchen: Pittenweem in Schottland

Das schottische Örtchen ist kein klassischer Badeort. Im historischen Arbeitshafen liegt eine Flotte von Fischerbooten und Trawlern, die regelmäßig zum Fischen aufs Meer fahren. Die geschäftige Atmosphäre trägt wesentlich zum rustikalen und authentischen Charme des Ortes bei – genau wie die alten Steinhäuser um das Hafenbecken. Eines davon ist Gyles House. Es gehörte dem Kapitän James Wood, der den Beinamen Cook trug. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den berühmten Seefahrer James Cook. Der hier erwähnte James Wood erlangte Berühmtheit, weil er 1651 dem aus England geflohenen König Karl II. die sichere Überfahrt nach Frankreich ermöglichte. Ein Besuch lohnt sich auch während des Pittenweem Arts Festival, das jeden Sommer stattfindet.

Dieses Video führt Sie virtuell durch den Ort.

 

Ein spannender Geschichtsmix: Eltham Palace in London

Wenn Sie diesen mittelalterlichen Palast betreten, erwartet Sie eine Überraschung. Denn von außen würde wohl niemand ein Herrenhaus im Stil des Art déco erwarten. Einst war es ein bevorzugter Jagdort von Heinrich VIII., verfiel jedoch im Laufe der Zeit. Stephen und Virginia Courtauld machten aus dem baufälligen Palast in den 1930er-Jahren ein glamouröses Domizil, in dem sich die vornehme Gesellschaft jener Zeit regelmäßig traf. Heute können Besucher im begehbaren Kleiderschrank Kostüme im Stil der 1930er-Jahre anprobieren, im originalgetreu erhaltenen Billardzimmer Snooker spielen oder im Bunker aus der Kriegszeit sowie in der Great Hall in die Geschichte eintauchen.

In diesem Video erfahren Sie mehr über den Palast.

 

Traumstrand mit kleiner Kirche: Mwnt in Wales

Der Mwnt Beach ist eine geschützte Sandbucht und liegt traumhaft über der Cardigan Bay. Steile Stufen führen hinunter zum Strand. Ein gut begehbarer Pfad führt um den Foel y Mwnt herum bis auf den Gipfel des Hügels, von wo aus sich ein schöner Blick auf den Strand bietet. Die winzige weiße Church of the Holy Cross oberhalb des Strandes stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, obwohl das Taufbecken durchaus aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen könnte. Das Innere der Kirche ist schlicht gehalten und strahlt eine schlichte, friedliche Ruhe aus. Der Zugang über die steilen Stufen ist nicht barrierefrei.

In diesem Video können Sie den Traumstrand virtuell erkunden.

 
 
 
 

Kultur-Tour

 

 

Agatha Christie: A World of Mystery – Ausstellung in der British Library

Anlässlich des 50. Todestages der "Queen of Crime" widmet die British Library Agatha Christie eine große Ausstellung. Anhand von Briefen, Notizbüchern, Fotografien, persönlichen Gegenständen und frühen Manuskriptentwürfen, von denen viele erstmals öffentlich gezeigt werden, beleuchtet die Schau das erstaunliche Leben der wohl berühmtesten Krimiautorin der Welt. Zu sehen sind unter anderem Agatha Christies Remington-Schreibmaschine aus dem Jahr 1937, mit der Agatha Christie den Roman "And Then There Were None" – auf Deutsch: "Und dann gab‘s keines mehr" – geschrieben haben soll, sowie das Typoskript ihrer ersten Kurzgeschichte aus ihrer Jugendzeit.

Die Ausstellung ist vom 30. Oktober 2026 bis zum 20. Juni 2027 zu sehen.

 

Nancy Cadogan: The Lost Trees

Diese Ausstellung zeigt poetische und zugleich präzise Landschaftsbilder der britisch-amerikanische Nancy Cadogan. Im Mittelpunkt ihres Schaffens steht die emotionale und ökologische Bedeutung von Bäumen – von majestätischen Eichen und Birnbäumen aus Obstgärten bis hin zu namenlosen heimischen Arten. Jedes Werk ist zugleich Hommage und Denkmal und würdigt die Bedeutung, die Bäume für Erinnerung, Identität und Heimat haben. Vor der Kulisse des historischen Landschaftsparks wirken die Gemälde besonders eindrucksvoll.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. November geöffnet.

 

Surrealism: Picturing the Strange in Edinburgh

Die Scottish National Gallery of Modern Art widmet diese Ausstellung einer der einflussreichsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts. Hier begegnen Ihnen bizarre Kreaturen, seltsame Maschinen, unheimliche Landschaften und Zwischenwelten, die Vertrautes mit Skurrilem verbinden und das Potenzial des menschlichen Geistes ausloten. Herzstück der Schau ist die surrealistische Sammlung der National Galleries of Scotland, die 1995 von der Mäzenin Gabrielle Keiller gestiftet wurde und Werke bedeutender Vertreterinnen und Vertreter dieser Bewegung vereint.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 18. April 2027.

 

River of Light 2026 in Liverpool

Spektakuläre Lichtinstallationen und Lichttheater unter dem Motto "Together" erleuchten auch in diesem Jahr die Liverpools Waterfront und erstmals auch die Innenstadt, mit neuen Standorten am Williamson Square und St Paul's Square. Zu sehen sind gleich mehrere Europa- und Großbritannienpremieren – darunter das Kunstwerk "Dream Herd" mit seinen beleuchteten Schafen sowie die bunten Leuchtblumen "Coloured Peonies". Das kunstvolle Lichtspektakel lässt Liverpool sicher auch diesmal wieder erstrahlen und bringt die Gesichter des Publikums zum Leuchten.

Der River of Light findet vom 23. Oktober bis zum 1. November 2026 statt.

 
 
 

 

Fürs Heimkino

 

 

In der ARTE-Mediathek:

Rückkehr ins Haus am Eaton Place

Lieben Sie es historisch und vornehm? Dann hereinspaziert: Um Jahr 1936 beziehen der Diplomat Sir Hallam Holland und seine Frau Lady Agnes die legendäre Nummer 165 am Eaton Place. Das Haus soll zu alter Pracht zurückfinden – die Zeiten haben sich jedoch geändert und geeignetes Hauspersonal ist nicht mehr so leicht zu finden. Rose Buck, die manche vielleicht noch aus der Originalserie aus den 1970er-Jahren kennen, wird deshalb mit der Einstellung und Betreuung des Personals beauftragt. In Ermangelung von Alternativen entscheidet sie sich notgedrungen auch für die rebellische Dienstbotin Ivy, die das Haus bald mächtig aufmischt.

Bei ARTE steht die Serie zum Stream bereit.

 

Bei Paramount:

MobLand

Guy Ritchie lässt es mal wieder krachen. In der zweiten Staffel gerät das kriminelle Imperium der Harrigans zunehmend unter Druck. Die geschwächte Position ruft neue Rivalen auf den Plan, die ihre Chance wittern und den ohnehin brüchigen Zusammenhalt des Clans weiter gefährden. Auch innerhalb der Familie rumort es gewaltig. Zwischen den Fronten steht erneut der Fixer Harry Da Souza. Und seine Aufgabe ist schwieriger denn je. Er muss sich zugleich den erstarkten Gegnern und den eskalierenden Spannungen innerhalb des Clans stellen. Pierce Brosnan und Helen Mirren glänzen auch in der neuen Staffel als charismatische Bosse der Unterwelt.

Beide Staffeln finden Sie auf Paramount.

 

Bei Disney+:

Death in Paradise

Was gibt es Schöneres, als britisches Understatement mit karibischer Sonne zu kombinieren? Seit 15 Staffeln lösen wechselnde britische Superermittler Mordfälle auf der Karibikinsel Saint Marie. Gut, dass die Insel fiktiv ist – als Hotspot für Mordfälle würde sie sonst längst für riesigen Wirbel sorgen. Und auch die neue Staffel geizt nicht mit Mordfällen und genialen Ermittlungsmethoden. Diesmal steht Detective Inspector Mervin Wilson im Mittelpunkt, der in den neuen Folgen wieder auf bewährte Krimi-Art den Täter und sein Motiv vor allen Verdächtigen enthüllt – sehr zur Freude des Publikums, das vor den Bildschirmen miträtselt.

Die neuen Folgen stehen auf Disney+ bereit.

 

Kino auf Bestellung:

Deine Juliet

Dieser Film geht zu Herzen. Die junge Schriftstellerin Juliet Ashton hat 1946 in London unerwarteten Erfolg mit ihrem zweiten Buch. Doch sie hat genug von Lesungen und reist auf die Kanalinsel Guernsey – spontan auf Einladung des dort ansässigen Buchclubs "The Guernsey Literary and Potato Peel Pie Society" (der Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf). Ob ihr Verlobter in London sich wohl zu Recht Sorgen macht?

Den Film können Sie bei maxdome ausleihen.

 
 
 

TV-Tipps

 


Die TV-Tipps rund um Großbritannien und Irland finden Sie als PDF-Datei unter diesem Link. Sie können sich die Datei herunterladen, im Browser anschauen oder auch ausdrucken.

Zusätzlich finden Sie die aktuellen TV-Tipps täglich unter diesem Link.
Auch hier haben Sie die Möglichkeit, das Vier-Wochen-Programm komplett als PDF zu laden, oder sich den täglichen Programmhinweis als RSS-Feed zu bestellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern und natürlich beim Anschauen der Sendungen!

Hinweis: Alle nächtlichen Sendungen, auch wenn sie nach Mitternacht beginnen, werden dem Vortag zugerechnet, ab 5 Uhr früh dann dem nächsten Tag.

 
 
 

 

Aktuelles

 

 

Ein unerwarteter Star-Gast

Bei einer kürzlich aufgezeichneten Folge von "Gardeners' Question Time" von BBC Radio 4 gab es einen vierbeinigen Überraschungsgast, der offensichtlich fand, dass sein Platz auf der Bühne sei.
Die heißgeliebte Sendung wurde vor Kurzem in "The Donkey Sanctuary" in Sidmouth aufgezeichnet. Rund 150 Gartenbegeisterte aus ganz East Devon bildeten das Live-Publikum und stellten der Expertenrunde zahlreiche Gartenfragen, die diese fachkundig beantwortete.
Moderator Peter Gibbs nutzte darüber hinaus die Gelegenheit, den rund zwei Millionen Zuhörerinnen und Zuhörern der Sendung das Schutzgebiet vorzustellen. Er beschrieb die traumhafte Lage in der Landschaft East Devons und erläuterte die Arbeit der Tierschutzorganisation.
Mitten in der Live-Aufnahme beschloss Beau, der Hauskater des Schutzgebiets – nein, kein Esel! –, dass es Zeit für sein Radio-Debüt sei, und spazierte gemütlich zu den Experten auf die Bühne. Er hatte dann zwar nichts Konkretes zu sagen, sorgte aber für viele Lacher beim Publikum und bei der Expertenrunde. Nach seinem kurzen, für alle amüsanten Auftritt wurde er freundlich wieder von der Bühne geleitet.
Die Sendung "Gardeners' Question Time" besucht seit 1947 verschiedene Orte im ganzen Land. Seit dem Start der Sendung wurden bereits mehr als 30.000 Gartenfragen beantwortet – doch bislang bekam nur eine einzige Katze ihren Auftritt auf der Bühne.
Das Schutzgebiet ist auch ohne Radiosendung eine echte Attraktion. Das in der Landschaft East Devons gelegene Donkey Sanctuary ist täglich kostenlos zugänglich und beheimatet ein paar hundert Esel sowie Gärten, die von einem engagierten Team gepflegt werden. Zudem beherbergt das Schutzgebiet seinen eigenen, preisgekrönten Garten der RHS Chelsea Flower Show, der 2019 nach Ost-Devon verlegt wurde. Und natürlich ist auch der aufstrebende Radio-Star Beau hier zu Hause.

 
 
 

Lesestoff

 

Charles Dickens: Am Kamin

Neben seinen berühmten Weihnachtsklassikern verfasste Charles Dickens zahlreiche Kurzgeschichten, von denen zwölf besonders stimmungsvolle winterliche und weihnachtliche Erzählungen nun in neuen Übersetzungen neu entdeckt werden können. Gerade in der kalten Jahreszeit gehören Geschichten am knisternden Kaminfeuer in England einfach dazu – und dieses Buch bietet dafür den idealen Lesestoff. Denn in diesen Erzählungen treiben Kobolde einen mürrischen Totengräber zur Einsicht, während der Tod einem verzweifelten Menschen unerwartet den Wert des Lebens vor Augen führt.


Die Wintergeschichten des größten englischen Romanciers finden Sie in unserem Shop (solange der Vorrat reicht).

Petra Milde: The Lovely Book of Pies

Britische Pies – also gefüllte Pasteten – sind ein kulinarisches Highlight, die in den unterschiedlichsten Variationen überzeugen: herzhaft mit Fleisch oder Gemüse, klassisch mit einer Kartoffelkruste oder süß gefüllt mit Früchten. Mit 50 authentischen Rezepten und charmanten Anekdoten zeigt die Autorin, wie man den perfekten Teig zubereitet und regionale Klassiker wie Cornish Pasties oder die Melton Mowbray Pork Pie zubereitet. Viele der Rezepte sind über Generationen weitergegebene Familienschätze.


Das Rezeptbuch ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).

 
 
 

 
 

Sprachecke: Talk like a Brit

 

Die britische Alltagssprache steckt voller eigenwilliger Ausdrücke, die es so im Deutschen nicht gibt. Manche klingen kurios, andere erstaunlich derb – aber alle bringen Pep in die Alltagssprache. Hier ist eine kleine Auswahl mit Beispielen, damit Sie gleich loslegen können.

Gobsmacked
Das Wort setzt sich zusammen aus "gob" (umgangssprachlich für "Mund") und "smacked" (geschlagen). Wer "gobsmacked" ist, bei dem steht der Mund offen vor Staunen, Überraschung oder Fassungslosigkeit. Eine besonders umgangssprachliche und deutlich stärkere Variante von "astonished".
"When she told me she'd won the lottery, I was absolutely gobsmacked." (Als sie mir sagte, dass sie im Lotto gewonnen hatte, war ich völlig sprachlos.)

Plonker
Ein "plonker" ist ein Trottel oder Dummkopf – meist mit einem eher neckischen Unterton – jemand, der etwas Dummes angestellt hat, aber ohne böse Absicht. Der Begriff wurde vor allem durch die Serie "Only Fools and Horses" populär, in der Rodney ständig als "You plonker!" bezeichnet wird. Es ist eher neckisch als beleidigend – unter Freunden kann der Ausdruck scherzhaft verwendet werden, sollte aber nicht völlig gedankenlos eingesetzt werden.
"You forgot the tickets? You plonker!" (Du hast die Tickets vergessen? Du Tollpatsch!)

Like a chocolate teapot
Dies bezeichnet etwas, das so nutzlos ist wie eine Teekanne aus Schokolade, die bei der ersten Verwendung schmelzen würde. "When it rains, these shoes are about as much use as a chocolate teapot." (Diese Schuhe sind bei Regen völlig unbrauchbar.)

Knackered
Wer "knackered" ist, ist völlig erschöpft, kaputt, erledigt. Das Wort passt nach einem langen Arbeitstag, einem harten Workout oder einer durchzechten Nacht.
"I've been painting the house all day – I'm absolutely knackered." (Ich habe den ganzen Tag das Haus gestrichen – ich bin völlig erledigt.)

Chuffed
"Chuffed" bedeutet erfreut, zufrieden oder stolz, aber mit einem typisch britischen Unterton großer Zufriedenheit. "Dead chuffed" oder "chuffed to bits" steigern das Ganze noch. Ein beliebter positiver Ausdruck im britischen Englisch, das man kaum wörtlich übersetzen kann.
"I was chuffed to bits when I passed my driving test." (Ich habe mich von Herzen gefreut, als ich meine Fahrprüfung bestanden habe.)

Cheeky
"Cheeky" beschreibt etwas Freches, aber durchaus Charmantes. Ein "cheeky pint" ist ein Bier, das man sich spontan oder "Fancy a cheeky pint after work?" (Hättest du Lust auf ein schnelles Bier nach der Arbeit?)als kleine zusätzliche Auszeit genehmigt, ein "cheeky grin" ist ein verschmitztes Grinsen. Frech ja, aber immer sympathisch.

Naff
"Naff" bedeutet etwa uncool, geschmacklos, billig wirkend oder peinlich. Aber keine Sorge, das Wort kommt relativ mild daher. Wer sagt "That's a bit naff", der meint: Das ist ein bisschen billig oder geschmacklos Der Ausdruck klingt meist eher mild und eignet sich für eine zurückhaltende Kritik.
"Those plastic flamingos in the garden are a bit naff, aren't they?" (Diese Plastik-Flamingos im Garten sind ein bisschen geschmacklos, oder?)

Faff
"Faff" bezeichnet unnötiges Herumhantieren oder eine lästige, umständliche Angelegenheit. "Stop faffing about!" bedeutet so viel wie: Hör auf, herumzutrödeln! Und ein "faff" als Substantiv ist eine lästige, umständliche Angelegenheit – zum Beispiel eine umständliche Formalität oder eine lästige Erledigung.
"I'm sorry I'm late – parking was such a faff." (Es tut mir leid, dass ich zu spät bin – das Parken war so eine umständliche Prozedur.)

Skint
"Skint" heißt pleite, blank, ohne einen Penny in der Tasche. Das Wort ist umgangssprachlich, aber vollkommen gebräuchlich. Sie können es in informellen Gesprächen verwenden, wenn Sie sagen möchten, dass Sie gerade pleite sind.
"I can't come out tonight, I'm skint until payday." (Ich kann heute Abend nicht mitkommen – ich bin pleite, bis mein Gehalt kommt.)

Chancer
Ein "chancer" ist so etwas wie ein Glücksritter, ein Spekulant, jemand, der einfach mal probiert, ob er durchkommt. Es ist schon leicht abwertend gemeint, manchmal aber auch mit einer Prise Bewunderung.
"He'd never done any acting before, but he auditioned for the lead role anyway – what a chancer!" (Er hatte noch nie geschauspielert, sprach trotzdem für die Hauptrolle vor – was für ein Glücksritter!)

Bodge
"To bodge" bedeutet, etwas improvisieren oder notdürftig zusammenzuflicken. Das Ergebnis ist nicht unbedingt schön, aber es funktioniert (erst einmal). Ein "bodge job" ist eine handwerkliche Notlösung, das Gegenteil von "to do a proper job". Man kennt das ja: ein bisschen Klebeband – und schon hält es wieder, meist länger als geplant.
"He bodged together a shelf out of an old plank and some bricks." (Er hat sich aus einem alten Brett und ein paar Ziegeln notdürftig ein Regal zusammengezimmert.)

Gutted
"Gutted" beschreibt eine tiefe Enttäuschung oder Niedergeschlagenheit. Es ist das Gefühl, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wörtlich "ausgeweidet", im übertragenen Sinn aber einfach nur: zutiefst niedergeschlagen. Das Wort ist im britischen Alltag weit verbreitet. "I was gutted when England lost the final on penalties." (Ich war am Boden zerstört, als England das Finale im Elfmeterschießen verlor.)

Nippy
"Nippy" hat zwei Bedeutungen: Erstens beschreibt es kaltes, beißendes Wetter – ein "nippy morning" ist ein kühler, frischer Morgen. Zweitens kann es "flink" oder "schnell" bedeuten, zum Beispiel bei einer Person, die sich rasch bewegt.
"It's a bit nippy out – you'll want your gloves today." (Es ist ziemlich frisch draußen – du wirst heute deine Handschuhe brauchen.)

Peckish
"Peckish" ist der perfekte Ausdruck für den kleinen Hunger zwischendurch. Das Wort ist freundlich, harmlos und ungemein nützlich im Alltag.
"I'm feeling a bit peckish – shall we get some cookies?" (Ich habe so ein Hüngerchen. Sollen wir uns ein paar Kekse holen?)

 

 
 

 

Rezept des Monats: Tantallon Cakes

 

 

Tantallon Cakes sind nach Tantallon Castle benannt, der letzten großen Burg, die Mitte des 14. Jahrhunderts in Schottland errichtet wurde.
Als einstige Festung der Roten Douglases konnte die Burg drei Belagerungen überstehen, bevor sie 1651 im Zuge der Belagerung durch Cromwells Truppen schwer beschädigt wurde. Warum die Tantallon Cakes nach der Burg benannt wurden, ist leider nicht überliefert. Steinhart wie ein Bollwerk sind sie jedenfalls nicht.
Das leckere Gebäck erinnert an Shortbread, sind durch die Eier und den Zitronenabrieb jedoch etwas anders im Geschmack und in der Konsistenz.


Zutaten:

  • 200 g Weizenmehl
  • 50 g Speisestärke
  • ½ TL Natron
  • 125 g Butter
  • 75 g feiner Zucker
  • 1 großes Ei
  • Abrieb einer Zitrone

Zubereitung:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
Butter und Zucker in einer Schüssel cremig schlagen. Das Ei hinzufügen und gründlich unter die Mischung rühren. Dann den Zitronenabrieb hinzufügen.
Mehl, Speisestärke und Natron miteinander vermischen und die trockenen Zutaten nach und nach zur Butter-Ei-Mischung geben. Alles rasch zu einem Teig verkneten. Am besten arbeiten Sie dabei mit den Händen, denn das geht einfacher. Kneten Sie den Teig jedoch nicht zu lange.
Dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 5 bis 7 mm dick ausrollen.
Mit einem Ausstecher mit gewelltem Rand – oder alternativ mit einem runden Ausstecher oder einem Sektglas – so viele Tantallon Cakes wie möglich aus dem Teig ausstechen. Die Teigreste zusammenkneten, erneut ausrollen und wieder ausstechen, bis der gesamte Teig aufgebraucht ist.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Kekse mit einem Buttermesser oder einer Palette vorsichtig auf das vorbereitete Backblech setzen.
Wer mag, kann jeden Cake mit einer Gabel verzieren. Auf Wunsch können Sie auch Muster wie Sterne oder einfache Buchstaben einstechen.
Die Kekse im vorgeheizten Backofen 10 bis 12 Minuten backen.
Dann aus dem Ofen nehmen, mit feinem Zucker bestreuen und abkühlen lassen.
Tantallon Cakes schmecken wunderbar zu einer kräftigen Tasse Tee und schmecken am nächsten Tag sogar noch besser.

Guten Appetit!

 

 
 
 
 

 

Zu guter Letzt: Moonrakers

 

 

Moonraker? Nein, damit ist hier nicht der James-Bond-Film gemeint, sondern die Einheimischen von Wiltshire. Denn so werden die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Grafschaft genannt. Und hinter diesem Namen steckt eine der charmantesten Volkssagen Englands mitsamt Schnaps, Bauernschläue, einem klugen Trick und einem Vollmond, der als Käse durchging.

Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert war Wiltshire in ganz Europa für seine erstklassige Wolle bekannt. Flämische und holländische Kaufleute hatten sich in Swindon im Norden der Grafschaft niedergelassen und verdienten prächtig am Wollhandel. Als wohlhabende Kaufleute gönnten sie sich zum Feierabend offenbar gerne einen kräftigen Schluck Gin oder Brandy. Das Problem: Auf importierte Spirituosen fiel eine saftige Zollsteuer, die an die Krone abgeführt werden musste. Die Wirte wollten aber ihre Gewinne lieber selbst behalten. Also entstand eine Schmugglerroute, die die Spirituosen an den Häfen und dem Zoll vorbeischleuste.

Über rund zweihundert Jahre hinweg wurden Brandy und Gin in abgelegenen Buchten an der Südküste an Land gebracht und in Fässern über Hampshire und Wiltshire transportiert, meist mit dem Ziel Swindon.
Auch die Protagonisten der charmanten Legende sollen Schmuggler gewesen sein. Lange galten die Dörfer All Cannings und Bishop’s Cannings als mögliche Schauplätze, doch in keinem der beiden gab es einen passenden Teich oder Fluss. Vieles spricht deshalb für den Crammer Pond in Devizes, der damals zur Pfarrei Bishop's Cannings gehörte. Einige Quellen nennen sogar die beiden Schmuggler beim Namen: John Chapman aus Devizes und den alten Mr. Mabett aus Tilshead. Die Zieladresse ihrer Fässer soll das Pelican Inn in Devizes gewesen sein. Erstmals aufgezeichnet wurde die Geschichte 1787 in Francis Groses "Provincial Glossary" – geschehen sein dürfte sie kurz davor.

Die Geschichte

In der Nacht, in der die Geschichte spielt, holten John und der alte Mabett ihre Fässer an der Küste ab und transportierten sie mit dem Eselskarren in Richtung Devizes. Ein gefährliches Unterfangen, denn die sogenannten "excisemen" patrouillierten im Auftrag der Krone eigens, um Wilderer und Schmuggler zu fassen - und die Strafen dafür waren hart. Die beiden Männer versteckten die Brandyfässer deshalb unter einem großen Heuhaufen und und verkleideten sich als einfache bäuerliche Gesellen, die mit ihrem Esel unterwegs waren.
Die Fahrt verlief zunächst reibungslos und sie hatten Devizes fast erreicht. Der Vollmond schien hell, als sie am Crammer Pond vorbeischlichen.
Doch dann weigerte sich der Esel plötzlich strikt, weiterzugehen. Die Männer versuchten, ihn unwirsch voranzutreiben. Der Esel fand das nicht gut, gab einen lauten Schrei von sich und riss sich los. Dabei kippte der Karren um, die Fässer rollten geradewegs in den Teich, und der Esel verschwand in die Nacht. Die Männer standen nun ohne Esel und ohne Ware da - und der Lärm war ohrenbetäubend gewesen.
Schon hörten John und der alte Mabett jemanden heran reiten. Flugs griffen die beiden nach den Rechen, die auch vom Karren gefallen waren, und deckten Unkraut und Seerosen über die Brandyfässer im Teich. Kaum waren sie damit fertig, erschien ein berittener "exciseman" und hielt die beiden für nächtliche Wilderer.
Doch John erklärte ihm im breitesten Wiltshire-Akzent, dass sie nicht wilderten, sondern ihr Esel plötzlich erschrocken und davongelaufen sei und deshalb ihre Sachen überallhin geflogen seien. Da läge ja auch ihr großer, gelber Käse mitten im Teich. Das gute Stück sei direkt ins Wasser gerollt und nun versuchten sie, ihn wieder herauszubekommen.
Der "exciseman" lachte laut los. Na klar, zwei einfältige Männer, die einen Käse aus dem Teich fischen wollten und dabei nicht kapierten, dass sie bloß das Spiegelbild des Vollmonds dort unten sahen! Noch immer lachend ritt er davon und überließ die beiden Narren ihrem Käse.
Der alte Mabett und John konnten ihr Glück kaum fassen - zumal auch der Esel wieder auftauchte. Sie bargen die Fässer und luden sie wieder auf den Karren. Im The Pelican Inn angekommen, beschlossen die beiden, über die ganze Angelegenheit zu schweigen.

Vom Tratsch zur Legende

Doch ausgerechnet der "exciseman" tratschte die Geschichte weiter. Er erzählte von zwei Dummköpfen, die das Spiegelbild des Mondes für einen Käse hielten. Für ihn war das offenbar der Beweis, dass die Leute aus Wiltshire nicht besonders helle seien. Wenn er gewusst hätte, wie clever die beiden tatsächlich waren!
Denn die Moonrakers waren vielmehr Meister einer sehr englischen Form der Bauernschläue: Sie siegten durch scheinbare Dummheit und ließen die Verachtung ihres Gegners für sich arbeiten.
Die Menschen von Wiltshire sehen in der Bezeichnung ‚Moonrakers‘ deshalb kein Schimpfwort, sondern einen Spitznamen, den sie noch immer mit Stolz tragen.

 

 
 
 
 
 
 
 
     
 

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