Die feine englische Art – Ausgabe Juli 2026

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die Hitze hat uns in diesem Sommer fest im Griff, zumindest hier im Rheinland. Diese Zeilen lesen Sie deshalb hoffentlich an einem schattigen und angenehm kühlen Plätzchen – vielleicht ja sogar im schottischen Teil der britischen Insel.

Denn selbst im Sommer sind die Temperaturen in Schottland relativ frisch. Dass das auch in diesem Jahr so sein wird, wünscht sich vermutlich derjenige, der am 7. August von Kopf bis Fuß in Flanell gewandet und über und über mit Disteln bedeckt einen ganzen Tag lang durch die Straßen von South Queensferry in West Lothian zieht.

Was ungewöhnlich klingt, ist mal wieder eine dieser spannenden Traditionen der Insel. Der sogenannte Burryman mutet an wie ein lebendes Kunstwerk, denn die Kletten bedecken nahezu jeden Millimeter des Körpers, inklusive Gesicht. Er ist fester Bestandteil der Ferry Fair, die jedes Jahr etwa Anfang bis Mitte August mit Spielen, Sportwettkämpfen, Tänzen und Umzügen stattfindet. Als Teil der Feierlichkeiten geht der Burryman in seinem "Klettengewand" von Tür zu Tür und sammelt Geld ein. Der Tradition zufolge muss er dabei schweigen. Jeder Versuch, ihn zum Sprechen zu bringen, soll Unglück nach sich ziehen.

Wer das Klettengewand tragen möchte, muss im Ort geboren sein und auch die Kletten der lokal vorkommenden Gattungen Arctium lappa und Arctium minus selbst sammeln. Es gibt keine eindeutige Erklärung, woher diese eigenartige Tradition stammt, obwohl der Burryman gewisse Ähnlichkeit mit Jack-in-the-Green aufweist. Manche glauben, dass er symbolisch die Sünden der Gemeinde wegtragen sollte. Doch auch ohne die genauen Hintergründe zu kennen, hat die Zeremonie bis heute nichts von ihrer archaischen Kraft verloren.
In diesem Sinne: Haben Sie schöne Sommertage – ob in kühlen Gefilden in Flanell oder im angenehmen Schatten.

 

Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries

 

 
 
Anregungen, Lob, Kritik? Bitte schreiben Sie uns: redaktion@the-british-shop.de
 

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Reisefreuden

Kultur-Tour

Fürs Heimkino

Aktuelles

 
 
 

Reisefreuden

 

 

Eine einzigartige Wildnis: Studland Heath, Isle of Purbeck in Dorset

Es gibt eine echte Wildnis in England? Oh ja, denn das Naturschutzgebiet Studland Heath auf der Halbinsel Isle of Purbeck bietet eine wilde Mischung aus Seen, Sümpfen, Sandstrand und Heide. Die Landschaft erstrahlt im Sommer in schönstem Lila, wenn die Heidepflanzen in voller Blüte stehen. Wer mag, kann auf dem Dorset Coast Path an der Küste entlang zum kleinen Dorf Studland wandern und auf dem Weg dorthin spektakuläre Aussichten genießen. Und vom Dorf aus führt auch ein Weg zu Old Harry’s Rocks – einer wellenumtosten Steinformation, die den kleinen Abstecher mehr als wert ist.

Dieses Video nimmt Sie virtuell in die Wildnis mit.

 

Seebad mit europäischem Flair: Eastbourne in East Sussex

An Eastbournes Strandpromenade reihen sich mondäne viktorianische Hotels dicht an dicht. Verantwortlich für diese Pracht war einst William Cavendish. Denn der spätere Herzog von Devonshire beauftragte den Architekten Henry Currey, einen Stadtplan für die Stadt zu entwerfen. Dieser ließ sich dafür von Städten auf dem europäischen Festland inspirieren. Und diese Einflüsse sieht man heute noch an jeder Ecke. Das unangefochtene Highlight ist aber trotz aller Baukunst die Natur rund um die Stadt – darunter Beachy Head, eine zugegebenermaßen nicht ganz ungefährliche Kreideklippe, die mit einer Höhe von 162 Metern traumhafte Blicke über Eastbourne und die Pevensey Bay erlaubt.

Tauchen Sie mit diesem Video in den Küstenort ein.

 

Englands Schokoladenseite: Thornton-le-Dale in North Yorkshire

Wenn Sie Schokolade und zauberhaftes englisches Flair lieben, dann kommen Sie an Thornton-le-Dale eigentlich nicht vorbei. Denn das malerische Dorf am südlichen Rand des North York Moors-Nationalparks führt regelmäßig die Listen der schönsten Dörfer Großbritanniens an. Die bilderbuchschönen Ansichten des Ortes zieren seit Jahren unzählige Kalender und Pralinenschachteln – und prägten das Bild der englischen Idylle mit. Apropos Schokolade: Schauen Sie bei einem Besuch unbedingt in der Schokoladenfabrik auf dem Dorfplatz vorbei, um handgemachte Köstlichkeiten aus der Region zu probieren. Wem nach so vielen Leckereien nach Bewegung ist, kann die zahlreichen Wanderwege rund um das Dörfchen erkunden.

Dieses Video nimmt Sie auf einen Rundgang mit.

 

Uraltes Überbleibsel: Provand’s Lordship in Glasgow

Glasgow ist ein echtes Kulturjuwel und strotzt nur so vor Kunst und Leben. Doch wer genau hinschaut, kann auch in der quirligen Metropole uralte Geheimnisse entdecken – zum Beispiel im "Provand’s Lordship", dem ältesten Haus in Glasgow, das 1471 erbaut wurde. Es ist eines von nur vier erhaltenen mittelalterlichen Gebäuden in der gesamten Stadt. Im Gebäude selbst können Sie in die mittelalterliche Geschichte der Stadt eintauchen. Hinter dem Haus wartet dann St. Nicholas Garden mit seinen Steinskulpturen, den sogenannten "Tontine Heads".

Werfen Sie mit diesem Video einen Blick hinein.

 
 
 
 

Kultur-Tour

 

 

Luminiscence at Westminster Cathedral in London

Die Westminster Cathedral ist schon alleine wegen ihrer atemberaubenden Architektur sehenswert. Doch für dieses dreidimensionale, immersive und musikalische Erlebnis wird das Kirchenschiff zur Bühne für die Geschichte Londons. Die gesamte Westminster Cathedral erstrahlt in Klang und Licht. Das Drehbuch für die spannende Geschichtsstunde wurde vom preisgekrönten Autor Tim Whitnall geschrieben und bekommt Live-Unterstützung von klassischer Musik und dem Chor Lux Aeterna.

Das Event läuft noch bis zum 26. September.

 

Backyard Biennale im East End in London

Kunst ist elitär? Von wegen. Diese Biennale möchte das Gegenteil beweisen und lockt alle, die Kunst und Kreatives mögen, zu einem achtwöchigen, kostenlosen Sommer-Kunstfestival ins Londoner East End. Erleben Sie Ausstellungen, Installationen, Filmvorführungen, Performances, Workshops, Stadtführungen, offene Ateliers und unzählige kreative Veranstaltungen. So wird die ganze bunte Bandbreite der historischen, kulturellen und kreativen Identität des East End sichtbar – und alle sind eingeladen mitzufeiern.

Vom 15. Juli bis zum 6. September können Sie die Biennale erkunden.

 

Richard Dadd: Beyond Bedlam in der Royal Academy in London

Richard Dadd hatte ein außergewöhnliches Leben. In den frühen 1840er-Jahren war er bereits als Maler von Shakespeareschen Feenmotiven etabliert, als er eine Reise über das östliche Mittelmeer antrat. Nach seiner Rückkehr litt er unter Wahnvorstellungen, woraufhin er seinen Vater tötete. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Patient in den Krankenhäusern Bethlem und Broadmoor, wo man ihn ermutigte, weiterhin zu malen. Diese Gemälde und Aquarelle zählen bis heute zu den originellsten und fantasievollsten Werken der britischen Kunst. Diese Ausstellung vereint über 100 dieser Werke und erzählt auch die Geschichte von Richard Dadds Leben.

Die Ausstellung läuft vom 25. Juli bis zum 25. Oktober 2026

 

Wendy McMurdo: The digital mirror - National Galleries

Diese Ausstellung untersucht auf unterhaltsame Weise die Auswirkungen von Technologie auf Lernen und Spiel im Kindesalter. Neben McMurdos multimedialen Werken gibt es auch frühe Kinderspielzeuge aus dem 20. Jahrhundert, eine Skulptur von Eduardo Paolozzi sowie das Gemälde "Reverend Robert Walker Skating on Duddingston Loch (The Skating Minister)" von Henry Raeburn zu bestaunen. Wendy McMurdo geht mit dieser Auswahl auch der Frage nach, wie wir trotz oder mit neuen Technologien lernen und weiterhin Zugang zu Kunst und Kultur finden.

Sie können die Ausstellung noch bis 25. Oktober besuchen.

 
 
 

 

Fürs Heimkino

 

 

In der ARD-Mediathek:

The Prisoner – Auf der Flucht

Wie schwer kann es schon sein, einen Gefangenen zum Gerichtssaal zu eskortieren? Die prinzipientreue Justizbeamtin Amber ist zunächst guter Dinge, wird jedoch schnell eines Besseren belehrt. Denn das Verbrechersyndikat, gegen das der zu eskortierende Gefangene Tibor aussagen soll, überfällt den Transport mit roher Gewalt. Aneinandergekettet können Amber und Tibor fliehen – stets verfolgt von jenen Gangstern, die die Aussage unbedingt verhindern wollen. Und auf der gefährlichen Flucht wird auch die unfreiwillige Allianz der beiden Verfolgten enorm auf die Probe gestellt.

Die erste Staffel des Action-Spektakels steht in der ARD-Mediathek bereit.

 

Bei Amazon:

Bookish

Stellen Sie sich einen antiquarischen Buchladen im London der Nachkriegszeit vor. Bücher über Bücher, alte Ledersessel und belesenes Publikum. Die Liebe zur Sprache dringt aus jeder Ritze des wunderbar heimeligen Ladens von Buchhändler Gabriel Book – gespielt und erdacht von Mark Gatiss, seines Zeichens Schöpfer der Serie Sherlock. Und der elegante und eloquente Buchhändler eifert dem berühmtesten aller Detektive in vielerlei Hinsicht nach. Denn ausgestattet mit einem Brief von Winston Churchill und profundem Literaturwissen unterstützt er die Polizei bei den besonders kniffligen Mordfällen.

Auf Amazon können Sie die erste Staffel streamen.

 

Bei Joyn:

Patience

Manchmal kommt es einfach auf die kleinsten Details an. Und ein etwas anderer Blick auf die Dinge kann zuvor Unsichtbares offenbaren. All das wird DI Bea Metcalfe bei ihren Ermittlungen in einem Mordfall klar, als sie der Archivarin Patience Evans begegnet. Denn mit analytischem Scharfsinn und einem Blick für verborgene Muster erkennt die Mitarbeiterin des Kriminalarchivs Zusammenhänge, die anderen entgehen. Sie wird zu einer wertvollen Unterstützung für Bea und ihr Team bei der Aufklärung komplexer Fälle.

Auf Joyn können Sie miträtseln.

 

Kino auf Bestellung:

Calvaire – Am Sonntag bist du tot

James Lavelle ist Priester in einer irischen Kleinstadt und im Beichtstuhl muss er sich von seinen Schäfchen einiges anhören. Doch dann wird der Geistliche plötzlich mit dem Tode bedroht: Denn einem Beichtenden wurde großes Leid zugefügt und der moralisch integre Gottesdiener soll stellvertretend für den bereits verstorbenen Täter sühnen – als aufrüttelndes Signal sozusagen. Lavelle bleibt noch eine Woche Zeit. Gebunden an das Beichtgeheimnis beschließt der Priester, sich selbst auf die Suche nach seinem zukünftigen Mörder zu machen und ihn von der Güte Gottes zu überzeugen. Doch das ist gar nicht so einfach in einem Ort, in dem es nur so von skurrilen Einwohnern mit jeder Menge Leichen im Keller wimmelt.

Der Film lässt sich auf maxdome digital ausleihen.

 
 
 

TV-Tipps

 


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Aktuelles

 

 

Trockene Füße dank tierischer Muskelkraft

Seit Kurzem müssen die Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Bahnhof Greenford Tube im Londoner Bezirk Ealing nicht mehr durch knöchelhohes Wasser hindurchwaten, um zur Arbeit zu gelangen. Die Eingangshalle, die nach starken Regenfällen regelmäßig überflutet war, ist endlich dauerhaft trocken. Soweit, so normal. Doch was nach einer durchdachten Lösung klingt, entpuppt sich als tierische Überraschung.
Denn während der Bezirksrat noch debattierte und um Lösungen rang, rückte einfach der Biber-Trupp an und löste das Problem kostenfrei und unbürokratisch. Und die Tiere machten einen richtig guten Job, wie Seniz Mustafa, Englands erster Urban-Beaver-Beauftragter, stolz erzählt: "Selbst wenn es wirklich stark geregnet hat, ist das Gebiet nicht mehr überflutet."
Kaum zu glauben, dass die fleißigen Bauarbeiter mit Fell erst seit Kurzem wieder in der Gegend wohnen. Sie waren eigentlich vor vier Jahrhunderten in England ausgerottet worden. Erst 2023 wurden fünf Biber auf einem zehn Hektar großen ehemaligen Golfplatz im Stadtbezirk Ealing entlang des dort durchfließenden Baches ausgesetzt. Kaum in der neuen Heimat angekommen, legten die Tiere sofort los und veränderten die Landschaft rund um Greenford mit einer Reihe von Dämmen. Dadurch entstand fast über Nacht ein neuer See.
Und ganz nebenbei legten sie auch die Gegend um den Bahnhof trocken, indem sie durch ihre Dämme ein sinnvolles und funktionierendes Ablaufsystem errichteten. Unglaublich: Sie hatten sogar noch Zeit, Nachwuchs zu bekommen und brachten innerhalb eines Jahres nach ihrer Ankunft einen Wurf zur Welt. "Ich kann einfach nicht glauben, wie viel sie in so kurzer Zeit geschafft haben. Sie haben im Grunde gesagt: Macht mal Platz, Menschen.", erzählt Seniz Mustafa.
Und es gibt noch einen tollen Nebeneffekt: Die Artenvielfalt ist gewachsen, denn es gibt mittlerweile 14 verschiedene Schmetterlingsarten sowie Kaulquappen, Süßwassergarnelen und Kröten auf dem Areal.

 
 
 

Lesestoff

 

Josie Lloyd: Mord in besserer Gesellschaft

Wer in der Londoner High Society etwas auf sich hält, muss sein Hauspersonal bei Alice Beeton engagieren. Das ist geradezu Gesetz. Deshalb beauftragt auch Camille Messent dort eine neue Haushälterin für eine große Festgesellschaft. Miss Beeton schickt ihr Enya, die erstklassige Referenzen vorzuweisen hat und zudem fließend Französisch spricht. Doch als Enya tot aufgefunden wird, soll der eher träge Detective Rigby die Ermittlungen übernehmen. Das dauert der resoluten Miss Beeton jedoch zu lange und sie ermittelt auf eigene Faust.

Den Krimi finden Sie in unserem Shop (solange der Vorrat reicht).

Jill Barklem: Der Brombeerhag im Frühling

Wilfried Leinkraut ist an einem schönen Frühlingsmorgen als Erster wach. Denn der gewitzte Mäuserich hat Geburtstag und freut sich schon riesig auf den anstehenden Ausflug – bei dem er aber nur mit darf, wenn er keinen Unfug macht. Aber er will doch unbedingt die Flöte, die Trommel und die Schleuder ausprobieren, die er zum Geburtstag bekommen hat. Doch es geht alles gut und Wilfried erlebt sogar noch eine schöne Überraschung. Dieses Buch ist so süß, dass es zu jeder Jahreszeit ein riesiger Spaß ist. Der nostalgische Bilderbuchklassiker verzückt seit mehr als vierzig Jahren Kinder ab vier und Erwachsene jeden Alters.

Der Klassiker ist in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).

 
 
 

 
 

Sprachecke: Ein historisches Chaos – die englische Rechtschreibung und Aussprache

 

Vielleicht kennen Sie das: Wenn Sie Englisch lernen, wundern Sie sich regelmäßig über die verwirrende Aussprache mancher Wörter, die vermeintlich gar nichts mit dem Geschriebenen zu tun hat.
Denn wie kann es sein, dass "tough" (zäh) und "rough" (rau) "taff/raff" ausgesprochen werden und "through" (durch) oder "thorough" (gründlich) ganz anders, obwohl beide auch auf "-ough" enden? Und warum hat "ghost" (Geist) ein stummes "h" oder "debt" (Schuld) ein stummes "b"?
Warum das alles? Wie so oft steckt dahinter eine spannende und wendungsreiche Geschichte.

Vielfältige Wurzeln
Die englische Sprache ist wie ein Schriftstück, in das immer neue Wörter, Regeln und Ideen geschrieben wurden, ohne auch nur irgendetwas zu löschen. Alles häufte sich einfach immer weiter an. So entstand das komplexe Konstrukt, mit dem wir uns heute herumschlagen müssen.
Ein entscheidender Zeitpunkt war das Jahr 1066, als Wilhelm der Eroberer mit seinem normannischen Heer nach England kam. Plötzlich wurde Französisch zur Sprache der Herrschenden, während das einfache Volk weiter Altenglisch sprach – eine germanische Sprache, die damals dem Deutschen noch recht ähnlich war.
Die normannische Elite hatte jedoch tausende französische Wörter im Gepäck. Das Ergebnis? Ein Sprachmix, in dem wir heute zwischen "cow" (Kuh) und "beef" (Rindfleisch) unterscheiden. Beide bezeichnen dasselbe – nur aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Bauern meinten eher das lebende Tier, die Adligen das, was sie auf dem Teller vorfanden. Ein weiteres Beispiel: "pork" (Schweinefleisch) stammt vom französischen "porc", während "swine" (Schwein) germanischen Ursprungs ist. Oder "sheep" (Schaf) und "mutton" (Hammelfleisch) – wieder eine Trennlinie zwischen dem, was auf dem Feld lebt, und dem, was auf dem Teller landet.
Doch damit nicht genug: Später kamen noch weitere französische Dialekte hinzu, etwa durch die Plantagenets, die Wörter wie "warranty" (Garantie) mit "w" und "guarantee" (Garantie) mit "g" einführten.
Ein weiteres Beispiel ist "colonel" (Oberst), das wie "kernel" (Kern) ausgesprochen wird – eine Folge der französischen Aussprache, die sich im Englischen erhalten hat.

Der große Vokalwandel und der niederländische Einfluss
Im 15. und 16. Jahrhundert durchlief das Englische zudem den "Great Vowel Shift" (Großer Vokalwandel) – eine radikale Veränderung der Aussprache, bei der sich die Langvokale verschoben. Wörter wie "name" (Name) klangen plötzlich nicht mehr wie "nah-mah", sondern wurden zu dem, was wir heute als englische Aussprache kennen. Die Schreibweise blieb jedoch bestehen, denn die Schriftsprache kam damals einfach nicht mit.
Zu jener Zeit kam auch die Buchdruckerkunst nach England. Und die bestehende Rechtschreibung wurde auf dem Papier einfach eingefroren, mitten in einem gigantischen phonetischen Umbruch. Das Drucken war enorm aufwendig, und was gedruckt war, hatte deshalb für lange Zeit Bestand – phonetischer Umbruch hin oder her.
William Caxton, der den Buchdruck nach England brachte, arbeitete ohnehin mit einer Sprache, die keine einheitlichen Rechtschreibregeln kannte. Und ein weiteres Detail sorgte für noch mehr Chaos: Caxtons Drucker waren meist Niederländer oder Flamen, die einfach ihre eigenen Sprachgewohnheiten in die Texte einfließen ließen. So fügten sie etwa dem Wort "ghost" (Geist) ein stummes "h" hinzu, nur weil es im Niederländischen so geschrieben wurde. Und bei "friend" (Freund) streckten sie das Wort künstlich, um mehr Platz zu füllen – und damit mehr Geld zu verdienen, da sie pro Zeile bezahlt wurden. Puh, schwirrt Ihnen auch schon der Kopf?
Statt die Sprache zu vereinfachen, sammelte das Englische einfach alles munter ein und wurde zu einer überquellenden Wunderkammer der sprachlichen Kuriositäten.

Das edle Englisch
Doch die englische Sprache kam auch nach der Einführung des Buchdrucks nicht zur Ruhe. Denn es gab weitere Einflüsse, die alles verkomplizierten: Zum Beispiel das Wort "island" (Insel). Das stumme "s" stammt von einer falschen Rückführung auf das lateinische "insula" (Insel).
Denn als ob es nicht alles schon verwirrend genug wäre, kamen im 16. Jahrhundert einige Sprachreformer daher, die das Englische edler wirken lassen wollten, indem sie es an das Lateinische anpassten. So fügten sie dem Wort "debt" (Schuld) ein "b" hinzu, obwohl es im Mittelenglischen noch "dette" (Schuld) hieß. Warum? Einfach weil das lateinische "debitum" (Schuld) ein "b" hatte. Ähnlich ging es "doubt" (Zweifel) (von "dubitare" – zweifeln). Die Gelehrten fanden das Lateinische wohl einfach schick – auch wenn es die Aussprache nur noch verwirrender machte.
Oder "science" (Wissenschaft) von "scientia" – mit einem unnötig eingeschobenen "c".

Keinesfalls phonetisch
Sie merken schon, all das hat dazu geführt, dass Englisch keine phonetische Sprache ist. Manche von der Insel beneiden deshalb das handfeste Deutsch, das zwar mit einer echten Fallstrick-Grammatik daherkommt, aber dessen Aussprache nahezu in Stein gemeißelt ist. Einmal gelernt und alles ist klar. Im Englischen kann man hingegen ganz schön danebenliegen.
Um zu veranschaulichen, wie kompliziert das sein kann, hat George Bernard Shaw einmal das Wort "ghoti" erfunden. Damit nahm er die englische Aussprache mit einem Augenzwinkern gehörig auf die Schippe. Denn: "gh" wie in "enough" (genug) → "f", "o" wie in "women" (Frauen) → "i", "ti" wie in "nation" (Nation) → "sh". Theoretisch müsste "ghoti" also "fish" (Fisch) ausgesprochen werden – was natürlich Unsinn ist, aber perfekt zeigt, wie verrückt die Regeln sind.

Tipps für den Umgang mit dem Chaos
Leider hilft nur eins: Akzeptieren Sie, dass Englisch nicht phonetisch ist. Sie müssen also die jeweilige Aussprache und Schreibweise gleichermaßen lernen. Wenn Sie gerne britische Filme schauen, macht es deshalb Sinn, zum englischen Originalton auch die englischen Untertitel laufen zu lassen. So können Sie Aussprache und Schreibweise gleichzeitig einprägen.
Regeln gibt es also kaum – jedoch hier noch zwei kleine Eselsbrücken zu Wörtern, die besonders oft falsch geschrieben werden.
Denken Sie daran: "There’s a rat in separate." (In "separate" (trennen) steckt eine Ratte.)
Und: "It’s definitely finite." (Es ist definitiv endlich.)

 

 
 

 

Rezept des Monats: Eton Mess

 

 

Eton Mess ist ein klassisches Sommerdessert, das unerhört lecker ist. Es wurde erstmals im Jahr 1893 erwähnt und vermutlich bei einem Cricket-Turnier des Eton College gegen die Harrow School gereicht. Später gab es das Dessert auch im sogenannten Sock Shop – einem kleinen Laden auf dem Campus. Damals bestand es noch aus Erdbeeren oder Bananen mit Eis. Die Meringues kamen später hinzu.
Ganz dem Namen entsprechend darf ruhig "messy" geschichtet werden. Sie können fertige Meringues benutzen oder sie einfach selbst machen – dafür sollten Sie allerdings eine Stunde Backzeit einplanen. Meist kommen nur Erdbeeren hinein, aber Himbeeren, Johannisbeeren und sogar Kirschen sorgen für neue Geschmackserlebnisse bei diesem Klassiker.


Zutaten:

  • 600 g Erdbeeren, geputzt
  • 200 g saisonale Beeren (z. B. Himbeeren, Kirschen, Johannisbeeren oder einfach mehr Erdbeeren)
  • 2 EL Puderzucker
  • 600 ml Schlagsahne
  • 5 fertige Meringue-Nester oder 1 Portion der hausgemachten Meringues

Zutaten für die Meringues:

  • 2 große Eiweiße
  • 120 g Puderzucker
  • 1/4 TL Vanilleextrakt

Zubereitung der Meringues:

Sie können die Meringues bis zu drei Tage im Voraus backen. Heizen Sie zuerst den Ofen auf 110 °C / 100 °C Umluft / Gas Stufe 1/4 vor und legen Sie ein Backblech mit Backpapier aus.
Geben Sie das Eiweiß in eine saubere Rührschüssel und schlagen Sie es mit einem elektrischen Handrührgerät steif. Rühren Sie dann den Zucker nach und nach ein und geben den Vanilleextrakt dazu. Es sollte eine dicke, glänzende Masse entstehen.
Setzen Sie 5 große Kleckse Meringue-Masse auf das vorbereitete Backblech und lassen Sie dazwischen ausreichend Platz. Backen Sie auf der untersten Schiene etwa 1 Stunde, bis sich die Gebäcke leicht vom Papier lösen lassen. Lassen Sie sie abkühlen und bewahren Sie sie in einem luftdichten Behälter bis zu 3 Tage auf, bevor Sie sie verwenden.

Zubereitung des Desserts:

Für das Dessert geben Sie 150 g Erdbeeren mit einem halben EL Puderzucker in einen Mixer oder eine Küchenmaschine. Pürieren Sie alles, bis eine glatte Masse entsteht. Sie können die Erdbeeren auch mit einer Gabel zerdrücken – das wird etwas körniger, ist aber genauso lecker. Stellen Sie das Püree zunächst beiseite. Halbieren oder vierteln Sie anschließend die restlichen Erdbeeren, geben Sie dann die übrigen Sommerbeeren hinzu und stellen auch diese beiseite.
Schlagen Sie dann in einer großen Schüssel die Schlagsahne mit dem restlichen 1 1/2 EL Puderzucker steif – sie sollte noch etwas locker sein.
Stellen Sie sechs Dessertgläser oder Schälchen bereit. Zerbrechen Sie dann vier Meringues in mundgerechte Stücke und geben Sie sie zur Sahne. Heben Sie die vorbereiteten Beeren unter. Anschließend geben Sie das Erdbeerpüree hinzu und rühren, sodass rote Streifen in der Sahne entstehen. Verteilen Sie die Masse auf die sechs Gläser oder Schalen, zerbröseln Sie das letzte Meringue darüber und servieren Sie sofort.

Guten Appetit!

 

 
 
 
 

 

Zu guter Letzt: Uffington White Horse in Oxfordshire

 

 

Auf den Kreidehochflächen im südlichen Teil des Landes lassen sich heute noch riesige Kreidefiguren finden. Sie zeigen stilisierte Riesen, Pferde, Kreuze und Abzeichen von Regimentern. Am bekanntesten und wohl auch ältesten ist das Uffington White Horse in Oxfordshire. Wissenschaftliche Datierungen bestätigten, dass es mindestens 3000 Jahre alt sein muss. Doch wozu dienten diese riesigen Figuren und wer hat sie geschaffen?

Die Geburt des Pferdes und seine Erhaltung
Wie so oft lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welchem Zweck sie dienten. Die Herstellung war technisch jedoch relativ einfach: Eine Gruppe von Menschen einigte sich auf ein Design und entfernte dann gemeinsam die Grasnarbe, um die weiße Kreide darunter freizulegen. Die viel spannendere Frage ist eigentlich, wie das Uffington Horse so lange überdauern konnte. Denn dazu brauchte es die Bemühungen der Menschen vor Ort, die es wohl über hundert Generationen hinweg regelmäßig instand hielten. Denn die Zeichnung wäre längst verschwunden, wenn sich niemand darum gekümmert hätte. Die Kreidezeichnung muss also seit jeher wichtig für die Menschen in der Region gewesen sein. So wichtig, dass sie in gemeinschaftlicher Tradition regelmäßig die Linien freischaufelten und das Pferd so am Leben hielten. Gut möglich, dass sich die Umrisse des Pferdes im Laufe der Zeit deshalb verändert haben – und so die Zeiten und Generationen ihre Spuren hinterließen.

Eine geschichtsträchtige Region
Warum die Menschen so viel Mühe aufbrachten, lässt sich vielleicht durch die besondere Lage erklären: Das Pferd befindet sich in der Gemeinde von Uffington, Oxfordshire, und ist 120 Meter lang. Es liegt in einer spektakulären Landschaft auf den Wessex-Kreidehochflächen. Von dort sieht man das tief eingeschnittene Tal und Dragon Hill, einen kegelförmigen Hügel direkt unter dem Pferd. Der Panoramablick über das Vale bis zum Corallian Ridge, den Cotswolds und darüber hinaus bis zum Thames Valley ist atemberaubend. Die ganze Gegend ist zudem voller archäologischer Spuren der Menschen, die vor und nach der Entstehung des Pferdes hier lebten: darunter neolithische Grabhügel und römische Überbleibsel. Der schnabelförmige Kopf des Pferdes ähnelt Abbildungen auf antiken britischen Münzen. So viel Geschichte und Natur haben wohl mit dazu beigetragen, dass die Menschen mit der Region und eben auch dem Pferd seit jeher eng verbunden sind und die Traditionen so weiterlebten.


Eine Restaurierung für kommende Generationen
Und den wachsamen Augen der Bewohnerinnen und Bewohner ist vor einigen Jahren auch aufgefallen, dass die Umrisse des Pferdes immer undeutlicher wurden. 2022 bestätigten Archäologen der Oxford Archaeology, dass die Linien um bis zu 40 Prozent geschrumpft sind. 2024 startete deshalb eine Restaurierung durch Oxford Archaeology – zusammen mit Freiwilligen, die so dafür sorgen, dass das Pferd noch weitere Generationen überdauern kann.

 

 
 
 
 
 
 
 
     
 

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