Die feine englische Art – Ausgabe August 2026

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

der aktuelle Hitzesommer ist wohl auch für eingefleischte Garten-Fans eine echte Herausforderung. Wie ist das bei Ihnen? Von Blumenpracht kann auf meiner Terrasse dieses Jahr jedenfalls keine Rede sein. Dafür gedeihen die Tomaten prächtig.

Da bleibt zu hoffen, dass "The Battle of Flowers" auf Jersey dieses Jahr nicht in "The Battle of Tomatoes" umgetauft werden muss. Denn das, was jedes Jahr Mitte August mit viel Herzblut dort entsteht, braucht wahrlich Blumen und Blüten im Überfluss. Doch Moment mal: Warum dieser Name? Wer kämpft denn bitte mit Blumen?

Das ist typisch britisch und natürlich eine Spielerei. Die Ursprünge von "The Battle of Flowers" reichen bis zur Krönung von König Eduard VII. und Königin Alexandra im Jahr 1902 zurück. Die Menschen auf der Insel hielten damals zu Ehren des Paares eine Parade ab und schmückten dafür Pferdewagen über und über mit Blumen. Diejenigen auf den Wagen pflückten einzelne Blüten von den Wagen und warfen sie ins Publikum. Ein Scherzkeks warf wohl zurück, viele machten es ihm nach und alle hatten schnell großen Spaß an der Blumenschlacht. Eine Tradition war geboren – und mit ihr der martialische Name.

Mittlerweile hat sich das Ganze zu einem der größten Karnevals Europas entwickelt. Heute gibt sich niemand mehr mit ein wenig Blumenschmuck zufrieden. Aus den Wagen sind aufwendige und kreative Kunstwerke geworden. Vereine, Schulklassen und Kreative werkeln das ganze Jahr an so fantastischen Kreationen wie einem Dalek aus der Kultserie Doctor Who oder einem riesigen Elefanten. Meist gibt es ein Motto und alle legen sich mächtig ins Zeug. Denn Prunkwagen aller Größen konkurrieren um verschiedene Preise und Auszeichnungen. Auf den Ruf "Let Battle Commence!" hin fahren die Wagen in die Victoria Avenue ein und zeigen sich dem staunenden Publikum zum ersten Mal.

Aber ob mit oder ohne Blütenpracht und Tomaten – haben Sie einen entspannten und möglichst kühlen August.

 

Es grüßt Sie herzlich
Heike Fries

 

 
 
Anregungen, Lob, Kritik? Bitte schreiben Sie uns: redaktion@the-british-shop.de
 

Unsere Themen

 

Reisefreuden

Kultur-Tour

Fürs Heimkino

Aktuelles

 
 
 

Reisefreuden

 

 

(Tipp für alle Videos: Sollte YouTube automatisch übersetzen, können Sie mit einem Klick auf das Zahnrad im Video unten rechts Audiosprache und Untertitel ändern.)

Römisches Erbe: Colchester in Essex

Colchester in Essex hat einige Superlative zu bieten: Es ist sagenhafte 2.000 Jahre alt und war die erste römische Stadt Großbritanniens überhaupt – gegründet einst als keltische Siedlung des Stammes Trinovantes. Zudem war der Ort einst die Hauptstadt der römischen Provinz Britanniens. Deshalb treffen Sie bei einem Streifzug durch die Stadt überall auf römische Überreste und Monumente. Dazu gehören die schachbrettartige Straßenführung und die nicht minder alte Stadtmauer, die als älteste der gesamten Insel gilt. Doch die Stadt hat auch eine moderne Seite und punktet mit quirligen Einkaufsstraßen, Pubs und jeder Menge Musik und Kultur.

In diesem Video können Sie in die römische Geschichte Colchesters eintauchen.

 

Ein Strand für alle Sinne: Singing Sands in Schottland

An diesem Strand hört man nicht nur das Meer rauschen, sondern mitunter auch einen seltsamen Gesang. Die Singing Sands – oder Camas an Lighe – sind eine Bucht in der Nähe von Acharacle im nordöstlichen Teil der Ardnamurchan-Halbinsel. Hier gibt es Dünengras, Heide und einen Sandstrand. An diesem traumhaften Fleckchen lassen sich mit Glück auch Kormorane, Otter und Robben beobachten. Doch der eigentümliche Gesang stammt nicht von diesen Tieren. Ursprung ist vielmehr der Sand selbst – oder besser gesagt die Form, Größe und Zusammensetzung der Sandkörner. Der Sand hat jedoch Allüren und singt nur, wenn die Luftfeuchtigkeit stimmt. Wenn dann aber der Wind über die Oberfläche streicht oder man durch den Sand schreitet, erklingt der Gesang.

In diesem Video können Sie die Schönheit des Strandes erkunden.

 

Grassington in Yorkshire

"Nanu, ist das nicht Darrowby?!" mag sich mancher Serien-Fan denken. Und ja, das entzückende Dörfchen mit seinen Kopfsteinpflastergassen ist tatsächlich Drehort für die Neuverfilmung von "Der Doktor und das liebe Vieh". Und das Örtchen braucht sich kaum anzustrengen, um nostalgischen Charme auf dem Bildschirm zu versprühen. Cottages, kleine Shops, Tea Rooms und eine reizvolle Umgebung sorgen für Bilderbuch-Charme. Am Wochenende kann es um den winzigen Marktplatz jedoch recht voll werden. Bekannt wurde Grassington vor seiner TV-Karriere zunächst als Zentrum des Bleibergbaus. Schon im 13. Jahrhundert gab es erste Bleiminen, und die meisten der Cottages stammen aus der Zeit des Blei-Booms im 17. Jahrhundert.

Begeben Sie sich mit diesem Video auf Erkundungstour.

 

St. Michael's Mount in Cornwall

Wenn Sie sich beim Anblick des kegelförmigen Berges in der französischen Bretagne wähnen, sind Sie keiner Illusion aufgesessen. Sie haben vielmehr den britischen Zwilling des Mont St. Michel entdeckt. Und die ühnlichkeit ist wirklich verblüffend – und auch genau so gewollt. Denn angelehnt an das französische Pendant übergab Edward the Confessor um das Jahr 1050 eine Kapelle auf dem Granitfelsen an den Benediktinerorden. Die Mönche errichteten nach dem normannischen Vorbild daraufhin ein Kloster. Als unter König Heinrich VIII. zwischen 1536 und 1541 im Zuge der englischen Reformation alle Klöster aufgelöst wurden, ging das Anwesen in den Besitz der Familie St Aubyn über, die dort bis heute residiert. Bei Ebbe erreicht man die Insel über einen Pflasterweg, bei Flut per Boot, um die tolle Aussicht zu genießen und durch den Felsengarten rund um das Anwesen zu spazieren.

Erklimmen Sie den kleinen Berg in diesem Video virtuell.

 
 
 
 

Kultur-Tour

 

 

H wie Habicht im Kino

Als ihr geliebter Vater stirbt, bricht für Helen eine Welt zusammen. Um den Verlust zu verarbeiten, wählt sie einen ungewöhnlichen Weg: Sie zieht einen Habicht auf, obwohl diese Vögel als unberechenbar gelten. Durch Habichtdame Mabel erinnert sie sich an schöne Zeiten mit ihrem Vater. Doch es bleibt nicht bei reiner Nostalgie, denn die Beziehung zu Mabel stößt bei Helen eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit ihrem Leben und ihrer Trauer um den Vater an. Die Verfilmung des autobiografischen Bestsellers von Helen Macdonald erzählt von Verlust, Wildheit und der Suche nach neuem Halt.

Jetzt im Kino. Hier können Sie den Trailer anschauen.

 

Donald Locke: Resistant Forms im Camden Arts Centre

Donald Locke (1930–2010) war Nachkriegs-Künstler der Windrush-Generation und spielte eine entscheidende Rolle in der britischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts. Diese Ausstellung zeigt über 80 Werke aus fünf Jahrzehnten. Sie dokumentiert seine künstlerische Entwicklung, während er zwischen Wohnorten in Guyana, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten wechselte – stets beeinflusst von den Menschen und Orten, die seinen Weg prägten. Zu sehen sind unter anderem frühe Keramikarbeiten und monochrome schwarze Gemälde aus seiner Plantation Series aus den 1970er-Jahren sowie seine späteren Assemblagen mit Keramik, Metall und Holz.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. August.

 

Anne Redpath: Landscapes on Paper in der National Gallery in Edinburgh

Die schottische Künstlerin (1895–1965) ist bekannt für ihre Stillleben von gewöhnlichen Haushaltsgegenständen wie einem Stuhl oder einer Tasse. Doch diese Ausstellung zeigt eine andere Seite. Nach Reisen und einem Aufenthalt in Frankreich kehrte die Malerin 1934 nach Schottland zurück und begann, ihre Umgebung mit deckender Gouache auf Papier zu bringen. Mit ihren Landschaftsdarstellungen wollte sie die Natur von einem inneren Standpunkt aus erfahrbar machen. Diese kleine Schau konzentriert sich auf diese Gemälde – darunter Motive von den Scottish Borders sowie von der Isle of Skye.

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Dezember zu sehen.

 

Summer Opening im Buckingham Palace in London

Wollten Sie schon immer einmal die Räume des Buckingham Palace durchwandern? Jedes Jahr im Sommer gibt es die Gelegenheit dazu. Von Juli bis September können Besucherinnen und Besucher 19 Staatsräume und den Garten des Palasts erkunden. Werfen Sie einen Blick in den Thronsaal, der eine beliebte Kulisse für Fotos königlicher Hochzeiten ist, oder bestaunen Sie die Prunktreppe. Aber der Palast steckt auch voller Kunstwerke – darunter Gemälde von Rembrandt, Rubens und Van Dyck. Zum Abschluss lohnt sich ein Spaziergang entlang der Südseite des Gartens – mit Blick auf den berühmten See und den Palast selbst.

Vom 9. Juli bis 27. September ist der Palast für Besucherinnen und Besucher zugänglich.

 
 
 

 

Fürs Heimkino

 

 

In der arte-Mediathek:

Happy Valley - In einer kleinen Stadt

Sergeant Catherine Cawood hat es in der überschaubaren Stadt Halifax meist mit Drogenabhängigen und Alkoholikern zu tun. Doch das reicht ihr vollkommen, da sie noch immer den Suizid ihrer Tochter vor acht Jahren zu verarbeiten versucht. Langsam gewinnt ihr Leben wieder an Stabilität, auch durch Enkel Ryan, für den sie das Sorgerecht hat. Doch als Tommy Lee Royce, der Vergewaltiger ihrer Tochter, freikommt, reißen die alten Wunden wieder auf. Catherine will den Täter unbedingt konfrontieren und merkt zunächst nicht, dass Tommy schon in das nächste große Ding hineingezogen wird und die Tochter eines reichen Geschäftsmanns entführen will. Alltag statt Hochglanz – diese Serie kommt handfest und enorm spannend daher.

In der arte-Mediathek stehen aktuell drei Staffeln bereit.

 

Bei Disney:

Shardlake

Wie wäre es mit einem Abstecher ins 16. Jahrhundert? Der brillante Anwalt Matthew Shardlake wird von Thomas Cromwell, der rechten Hand Heinrichs VIII., auf eine gefährliche Mission geschickt: Zusammen mit einem gewissen John Barak, dem Shardlake nicht so recht traut, soll er einen Mordfall im Kloster Scarnsea aufklären. Dabei stößt das Duo auf eisernes Schweigen und tiefes Misstrauen. Denn die Mönche fürchten um ihre Zukunft und schrecken scheinbar vor nichts zurück, um ihren Orden zu erhalten – zumal es zuvor wohl schon weitere Morde gab.

Auf Disney können Sie die erste Staffel streamen.

 

Bei Netflix:

Alley Cats

Comedy-Star Ricky Gervais erweckt in dieser animierten Serie eine Gruppe Streunerkatzen zum Leben – und das wegen des unverblümten Wortschatzes keinesfalls jugendfrei. Die unterschiedlichen Charaktere, von lässig bis etepetete, müssen sich in einer rauen und oft gnadenlosen Menschenwelt durchschlagen. Dem begegnen die Samtpfoten mit schwarzem Humor, frechen Sprüchen und einem gewissen Sinn für Anarchie. Die Katzen erleben in den Gassen der Stadt allerhand skurrile und auch tragische Abenteuer, während sie gleichzeitig eloquent und bitterböse über die Gesellschaft und das Leben sinnieren.

Die Serie gibt es jetzt neu auf Netflix.

 

Kino auf Bestellung:

See How They Run

Wenn Sie Krimis mit Witz und Eleganz mögen, werden Sie an dieser wunderbar altmodischen "Whodunit"-Komödie Ihre wahre Freude haben. Das legendäre Theaterstück "The Mousetrap" aus der Feder von Agatha Christie soll in den 50er-Jahren auf die große Leinwand gebracht werden. Doch als ein Crew-Mitglied plötzlich mausetot daliegt, geraten die Pläne ins Wanken. Ein weltmüder Inspektor und eine höchstmotivierte Polizeianwärterin sollen den Fall lösen. Dabei bekommen die beiden es mit einer illustren Schar an Verdächtigen zu tun. Wunderbar ausgestattet, zelebriert diese Krimi-Komödie genüsslich und mit einem kleinen Augenzwinkern die Klischees und Rituale eines heißgeliebten Genres – und gewährt tiefe Einblicke in die Theaterwelt.

Auf Amazon können Sie den Film ausleihen.

 
 
 

TV-Tipps

 


Die TV-Tipps rund um Großbritannien und Irland finden Sie als PDF-Datei unter diesem Link. Sie können sich die Datei herunterladen, im Browser anschauen oder auch ausdrucken.

Zusätzlich finden Sie die aktuellen TV-Tipps täglich unter diesem Link.
Auch hier haben Sie die Möglichkeit, das Vier-Wochen-Programm komplett als PDF zu laden, oder sich den täglichen Programmhinweis als RSS-Feed zu bestellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern und natürlich beim Anschauen der Sendungen!

Hinweis: Alle nächtlichen Sendungen, auch wenn sie nach Mitternacht beginnen, werden dem Vortag zugerechnet, ab 5 Uhr früh dann dem nächsten Tag.

 
 
 

 

Aktuelles

 

 

Ein hitziger Fund

Der Hitzesommer hat auch Großbritannien fest im Griff, was keineswegs eine gute Nachricht ist. Doch immerhin hat das Extremwetter einen kleinen, bisher verborgenen Schatz zutage gefördert. Denn auf dem prächtigen Landsitz Chatsworth House in Derbyshire tauchten kürzlich die Umrisse eines verlorenen Gartens aus dem 17. Jahrhundert auf.
Die schmuckvolle Anordnung von Blumenbeeten und Wegen war einst als "The Great Parterre" bekannt. Das Design wurde 1699 für den ersten Duke of Devonshire entworfen und entlang der Süd-Fassade des Herrensitzes angelegt. Der aufwendige, vollkommen symmetrische Garten maß etwa 144 Meter in der Länge und knapp 69 Meter in der Breite – und war gänzlich im Stil der damaligen Zeit für formelle Gärten gehalten. Man kann erahnen, dass die Pflege des prächtigen Grüns enorm aufwendig gewesen sein muss. Das war vielleicht auch ein Grund, warum sich die Anlage nur 30 Jahre lang in voller Pracht bestaunen ließ. Schon 1730 wurden die geschwungenen Beete und Wege zugeschüttet und durch eine neue, schlichtere Gestaltung ersetzt.
Nachdem die Temperaturen im Mai, Juni und Juli immer wieder über 30 Grad stiegen und der Start in den Sommer außergewöhnlich trocken war, war der sonst so gepflegte englische Rasen irgendwann verdorrt – und hat so die einstige Gestaltung sichtbar gemacht.
Die Verantwortlichen von Chatsworth House lieferten auch gleich eine Erklärung für den Fund: Das Gras, das über die kunstvoll angelegten Beete und Wege gesät wurde, konnte nur kurze Wurzeln ausbilden. Deshalb verdorrte es als Erstes bei den hohen Temperaturen und der Trockenheit. So entstand letztlich der Kontrast, der die Muster des ursprünglichen Gartens offenbarte.

In diesem Video können Sie sich den verlorenen Garten von oben anschauen.

 
 
 

Lesestoff

 

Len Howard: Alle Vögel meines Gartens

Dieses bezaubernde Buch nimmt Sie mit in Len Howards Garten voller Vogelgezwitscher. Denn die ausgebildete Violinistin zog in den 1939 von London in ein kleines Cottage in Sussex. Es sollte sich in den folgenden 20 Jahren als "Bird Cottage" einen Namen machen. Denn Len Howard liebte die Vögel ihres Gartens über alles und ließ sie durch Türen und Fenster ins Haus. Sie beobachtete die Tiere und lebte sozusagen mit ihnen unter einem Dach. Ihre Beobachtungen hielt sie mit viel Humor und Sachkenntnis in diesem erzählenden Sachbuch fest. Darin berichtete sie auch über die Intelligenz und Kommunikation ihrer gefiederten Gefährten und schrieb ihnen eigene Persönlichkeiten zu – was die Autodidaktin später zu einer anerkannten Pionierin der Vogelkunde machte.

Das Buch finden Sie in unserem Shop (solange der Vorrat reicht).

Sue Minix: Murder at the Bookstore (im englischen Original)

Wie wäre es mal wieder mit einem Krimi in englischer Sprache? Krimiautorin Jen kehrt mit einem Bestseller und einer fiesen Schreibblockade in ihren Heimatort zurück. Was für ein Glück, dass die örtliche Buchhandlung auch Kaffee ausschenkt. Bei einer Tasse ihres Lieblingsgetränks wartet Jen fortan darauf, dass ihre Inspiration zurückkehrt. Als der Inhaber der Buchhandlung unter mysteriösen Umständen stirbt, hat Jen plötzlich einen echten Mordfall aufzuklären. Doch dann tauchen Beweise auf, die Jen als Täterin dastehen lassen, und es stellt sich heraus, dass sie den Buchladen erben soll. Kann sie den Fall lösen und ihren Namen reinwaschen, bevor der Killer erneut zuschlägt?

Der englische Krimi in unserem Shop zu finden (solange der Vorrat reicht).

 
 
 

 
 

Sprachecke: An, a, the oder ohne?

 

Artikel im Englischen? Ja, das gibt es. Auch wenn es mit dem deutschen Artikelwirrwarr nicht mithalten kann – zum Glück für alle Englischlernenden.
Doch es kommt auch im Englischen vor, dass man innehält und sich verdutzt fragt: Brauche ich hier jetzt "a", "an", "the" oder keinen Artikel? Aber keine Sorge – es gibt Regeln, die die Sache einfacher machen:

A oder An
Nehmen wir zuerst "a" und "an". Beide bedeuten "ein/eine" und werden nur vor zählbaren Substantiven im Singular verwendet. Der Unterschied? Es kommt auf den Klang des folgenden Wortes an, nicht auf den Buchstaben.
So sagt man "a cat" (eine Katze), weil "cat" mit einem Konsonantenlaut beginnt, aber "an apple" (ein Apfel), weil "apple" mit einem Vokallaut beginnt.


Auf die Aussprache kommt es an
Selbst bei Wörtern, die geschrieben mit einem Vokal anfangen, kann ein "a" richtig sein, wie bei "a university" (eine Universität), weil "university" mit einem /j/-Laut beginnt.
Umgekehrt sagt man "an hour" (eine Stunde), weil das "h" in "hour" stumm ist und das Wort im Gesprochenen mit einem Vokallaut beginnt.
Das gilt auch bei Abkürzungen: "I have a PhD" (weil "PhD" gesprochen mit einem Konsonantenlaut beginnt), aber "I have an MBA" (weil bei "MBA" der erste gesprochene Laut ein Vokal ist).
Bei Buchstaben, die als Wörter dienen, gilt die gleiche Regel: "a U-turn" (weil "U" wie /ju/ ausgesprochen wird), aber "an X-ray" (weil "X" /ex/ ausgesprochen wird und der erste Laut ein Vokal ist).

The
Der bestimmte Artikel "the" kommt zum Einsatz, wenn es um etwas Bestimmtes, bereits Erwähntes oder Einzigartiges geht. So sagt man "I saw a cat. The cat was black" (Ich sah eine Katze. Die Katze war schwarz), weil nach dem ersten Satz klar ist, welche Katze gemeint ist.
Auch bei einzigartigen Dingen wie "the sun" (die Sonne), "the moon" (der Mond) oder "the sky" (der Himmel) heißt es "the". Bei Institutionen wie "the cinema" (das Kino), "the theatre" (das Theater) oder "the bank" (die Bank) ist "the" ebenfalls richtig.

Zählbar oder unzählbar?
Typische Fehler passieren oft bei unzählbaren Substantiven. So ist "I need an advice" (Ich brauche einen Rat) falsch, weil "advice" unzählbar ist.
Richtig heißt es "I need some advice" (Ich brauche Rat). Auch bei "furniture" (Möbel), "information" (Information) oder "news" (Nachrichten) steht kein unbestimmter Artikel.
Hier hilft meist "some": "I need some furniture" (Ich brauche Möbel), "I need some information" (Ich brauche Informationen), "I have some news" (Ich habe Neuigkeiten).
Auch bei "coffee" (Kaffee), "water" (Wasser) oder "sugar" (Zucker) steht kein Artikel: "I drink coffee" (Ich trinke Kaffee), "I need water" (Ich brauche Wasser), "I like tea" (Ich mag Tee).
Anders wäre es nur, wenn Sie in diesem Moment eine Tasse Kaffee trinken möchten. Dann bezieht sich der Artikel auf die Tasse: "I would love a cup of coffee".


Allgemeine Aussagen
Auch bei allgemeinen Aussagen entfällt der Artikel: "Dogs are loyal" (Hunde sind treu), "Children love sweets" (Kinder lieben Süßigkeiten).
Gleiches gilt für Sprachen, Schul- oder Studienfächer, Mahlzeiten und Sportarten: "I speak English" (Ich spreche Englisch), "I study history" (Ich studiere Geschichte), "I have lunch at 12" (Ich esse um 12 Uhr zu Mittag).


Patient oder Besucher? Das macht einen Unterschied
In Sachen Krankenhaus macht der Artikel einen echten Unterschied. Hier steht keinesfalls "the", wenn man als Patient dort ist: "She’s in hospital" (Sie liegt im Krankenhaus).
Aber: "She works in the hospital" (Sie arbeitet im Krankenhaus) – hier stimmt "the", weil es um das Gebäude geht.
Auch bei Krankheiten gibt es Unterschiede: "I have a headache" (Ich habe Kopfschmerzen) ist korrekt, weil "headache" zählbar ist.
Aber "I have the flu" (Ich habe Grippe) – hier steht bei "flu" "the", weil es als unzählbar gilt, während man bei "cold" "a" sagt: "I have a cold" (Ich habe eine Erkältung).


Musik, Arbeit und Sport
Bei Musikinstrumenten steht "the": "I play the piano" (Ich spiele Klavier), "I play the guitar" (Ich spiele Gitarre), "I play the violin" (Ich spiele Geige).
Bei Sportarten jedoch nie: "I play football" (Ich spiele Fußball) oder "I play tennis" (Ich spiele Tennis).
Und auch bei Berufen darf "a" oder "an" nicht fehlen: "She’s a doctor" (Sie ist Ärztin), "He’s an engineer" (Er ist Ingenieur), "I’m a teacher" (Ich bin Lehrer).

 

 
 

 

Rezept des Monats: Blackberry Upside-Down Cake

 

 

Wenn Sie Brombeeren lieben oder sogar welche im eigenen Garten haben, kommt hier das perfekte Kuchenrezept dafür. Dieser fruchtige Kuchen ist lecker und unkompliziert – und genau das Richtige für den Sommer. Er ist schnell angerührt und gebacken.


Zutaten:

  • 175 g Butter, zimmerwarm
  • 175 g Puderzucker
  • 3 Eier, Raumtemperatur
  • 115 g weißes Mehl, gesiebt
  • 1½ TL Backpulver
  • 75 g gemahlene Mandeln
  • Abrieb von 2 Zitronen
  • Saft einer halben Zitrone
  • 250 g Brombeeren
  • Crème fraîche oder Schlagsahne zum Servieren
  • Sie brauchen eine Springform (20 cm)

Zubereitung:

Zunächst den Ofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und die Springform einfetten. Brombeeren waschen und bereitstellen.
Während der Ofen vorheizt, Butter und Puderzucker mit einem Handrührgerät oder einer Küchenmaschine schaumig schlagen. Dann die Eier nacheinander unterrühren.
Anschließend Mehl, Backpulver, gemahlene Mandeln und Zitronenabrieb hinzugeben. Alles gut vermischen, bis der Teig sich verbindet. Er sollte jedoch nicht zu viel bearbeitet werden.
Dann zunächst die Brombeeren auf dem Boden der Springform verteilen, mit dem Saft einer halben Zitrone beträufeln und leicht zerdrücken. Den Teig vorsichtig darüber geben und glattstreichen.
Nun den Kuchen 45–50 Minuten backen, bis er goldbraun ist und beim Berühren federnd nachgibt. Dann aus der Form stürzen, sodass sich die Brombeeren oben befinden, und noch warm oder abgekühlt mit Crème fraîche oder Schlagsahne servieren.

Guten Appetit!

 

 
 
 
 

 

Zu guter Letzt: Verwunschene Brunnen, Quellen und Gewässer

 

 

Verwunschene Brunnen und andere Gewässer finden sich in Großbritannien an jeder Ecke. Und zu jedem dieser wundersamen Orte gibt es oft eine magische, spannende oder gar gruselige Geschichte.
Die drei Brunnen in den Gärten von Longwitton Hall waren früher zum Beispiel für ihre heilende Wirkung bekannt. Jedes Jahr am Mittsommer-Sonntag versammelten sich Menschenmengen, um das eisenreiche Wasser zu trinken. Auch in Wark on Tyne sollte man sich am frühen Neujahrsmorgen an einem der dortigen drei Brunnen aufhalten und am besten allen anderen zuvorkommen, um das Wasser zu trinken. Die Legende "The Flower of the Well" besagt: Wer den ersten Schluck des neuen Jahres nimmt, bekommt die Blume des Brunnens. Damit einher gehen angeblich wundersame Kräfte wie durch Schlüssellöcher zu schlüpfen und zu fliegen. Als Dank dafür sollte man unbedingt eine Gabe aus Blumen, Gras oder Stroh ins Wasser werfen.
Zugegebenermaßen hat bisher noch niemand Genaueres darüber berichtet, durch welche Schlüssellöcher er oder sie geschlüpft ist – aber es schien zumindest in der viktorianischen Zeit die Sache wert gewesen zu sein, der Andrang war damals sehr groß. Und auch heute versuchen noch manche am Neujahrstag ihr Glück. Denn die Legende ist fester Bestandteil der lokalen Folklore.
Wer hingegen die Kräfte des berühmten Pinwell bei Alnwick beschwören will, muss einfach nur dreimal um den Brunnen gehen, ihn überqueren, eine Nadel hineinwerfen und sich etwas wünschen. Oder wie wäre es mit dem römischen Brunnen von Carrawburgh, der der keltischen Göttin Coventina geweiht wurde? Bei Ausgrabungen fand man dort Tausende von Opfergaben, darunter Altäre, Glöckchen, über 13.000 Münzen und sogar einen menschlichen Schädel – auch dieser Brunnen sollte sicherlich Glück oder hnliches bringen.
Ein anderer Mythos rankt sich um den St. Barrule’s Well auf der Isle of Man. Nach dieser wird der Brunnen unsichtbar, wenn man versucht, ihn ein zweites Mal aufzusuchen.
Doch die magischen Gewässer konnten auch gefährlich sein. Brunnen, Quellen und auch einsame Seen galten seit jeher als Heimat dämonischer Kreaturen. Wilde Wasserungeheuer sollten dort auf Reisende lauern, die ungeachtet der Gefahr dort trinken oder baden wollten. Die Legende vom Monster von Loch Ness ist also nur eine von vielen.
Die Angst vor den Mächten der Gewässer war früher enorm groß. Nymphen, Kröten oder Schlangen bewachten sie angeblich mit Argusaugen, die Brunnenkreaturen konnten Frevler ertränken. Außerdem konnten sie die Brunnen plötzlich versiegen oder verschwinden lassen.
Eine alte Geschichte erzählt von einem Mann, der drei Nächte lang träumte, unter einem Stein über einer Quelle würde ein goldenes Schmuckstück verborgen sein. Als er schließlich seiner Neugier nachgab, wurde er mir nichts, dir nichts von der Wächterin des Brunnens, einer Viper, gebissen und starb.
Alles Märchen, denken Sie? Manche auf der Insel würden sogar heute noch bei dem Gedanken erschaudern, das Ganze nicht ernst zu nehmen. Als im 19. Jahrhundert der Aqualate Mere in Staffordshire ausgebaggert werden sollte, erschien angeblich eine echte Meerjungfrau und drohte, zwei nahegelegene Städte zu zerstören, falls der See beschädigt würde.
Ein ähnliches Wesen sollte im Black Mere bei Leek leben – und man schwor Stein und Bein, dass Tiere sich weigerten, dort zu trinken. Auch flog angeblich nie ein Vogel darüber.
Ob das stimmt? Wer weiß? Bisher hat sich niemand getraut, sich mit den Wasserkreaturen anzulegen.

 

 
 
 
 
 
 
 
     
 

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